Seifen-Lexikon - Was bedeutet eigentlich...?

Die wichtigsten Begriffe rund um Naturseife verständlich erklärt


Naturseife

  •  ist leider kein geschützter Begriff. Er wird in der Regel aber für Seifen verwendet, die nur aus verseiften Ölen hergestellt werden und keine zugesetzten Tenside und Konservierungsstoffe enthalten. Bestenfalls werden Naturseifen in Handarbeit hergestellt, es gibt aber auch industriell gefertigte Naturseifen, die diese Kriterien erfüllen. Oftmals wird Naturseife auch als kaltgerührte Seife oder handgesiedete Seife bezeichnet.

Tenside

  • sind waschaktive Substanzen. Seife ist ein natürliches Tensid, das ausschließlich durch die Verseifung von natürlichen Ölen und Fetten (pflanzlich oder tierisch) hergestellt wird, im Gegensatz zu in aufwändigen chemischen Verfahren hergestellten Tensiden (z.B. Sodium Lauryl Sulfate, das sich in vielen herkömmlichen Duschgels und Shampoos findet). Diese "künstlichen" Tenside sollte man bei den Inhaltsstoffen von Naturseifen nicht finden.

Verseifung

  •  ist der chemische Vorgang, der aus Ölen und Fetten in einer Reaktion mit Lauge (aus Wasser und Natriumhydroxid) Seife entstehen lässt. Der Verseifungsprozess ist ohne Zufuhr von Hitze erst nach einigen Wochen abgeschlossen, daher auch die Bezeichnung kaltgerührte Seife. Da bei nicht vollständig gereifter Naturseife das Risiko von Hautreizungen besteht, sollte diese vor Abschluss der Reifezeit keinesfalls verwendet werden!

Natriumhydroxid (NaOH)

  • wird benötigt um die Lauge zur Verseifung herzustellen. Früher wurde die notwendige Lauge aus Holzasche und Wasser hergestellt, da sich dieser Vorgang aber nicht standardisieren lässt, arbeiten "moderne" Seifensieder mit Natriumhydroxid. Nach der abgeschlossenen Verseifung liegt in der fertigen Seife kein Natriumhydroxid mehr vor!

Reifezeit

  • ist die Bezeichnung für den Zeitraum, der für die vollständige Verseifung benötigt wird. Dabei handelt es sich um mehrere Wochen, die die frische Seife braucht um den Verseifungsprozess abzuschließen, durchzuhärten und zu einem milden gebrauchsfertigen Produkt zu reifen. Bei Bonsai-Seifen kommen keine Seifen in den Verkauf, deren Reifezeit nicht vollständig abgeschlossen ist!

PH-Wert

  • Seife ist ein basisches Reinigungsmittel (eine andere Bezeichnung dafür ist alkalisch), der PH-Wert einer fertig gereiften Seife liegt bei ca. 8 - 9 (ein PH-Wert von 7 wird als neutral bezeichnet, Werte unter 7 sind sauer). Herkömmliche Shampoos und Duschgels haben meistens einen sauren PH-Wert.

Überfettung

  • Damit wird der prozentuale Anteil an unverseiften Ölen bezeichnet, diese bewirken in der Seife einen Pflegeüberschuss und sind für die rückfettende Pflegewirkung von Naturseifen verantwortlich. 

Kalkseife

  • bildet sich durch eine Reaktion von Kalk im Leitungswasser mit der Seife und kann - abhängig von der Wasserhärte - klebrige Ablagerungen hinterlassen. Durch den Zusatz von Zitronensäure bei der Verseifung lässt sich dieser Effekt reduzieren. 

Saure Rinse

  •  ist eine abschließende Spülung bei der Haarwäsche, bei der das Haar mit Essig- oder Zitronenwasser übergossen wird.
  • Zu den Themen Überfettung, Kalkseife und saure Rinse in Bezug auf die Haarwäsche mit Naturseife findet ihr weitere Informationen unter Haare & Seife

Schaumfette

  • Damit werden Öle bezeichnet, die im verseiften Zustand besonders viel Schaum und Reinigungswirkung erzeugen (dazu zählen z.B. Kokosöl und Babassuöl)

Ingredients (INCI)

  • Eine Auflistung aller verwendeter Inhaltsstoffe in absteigender Reihenfolge in internationaler Nomenklatur. Zum besseren Verständnis können die Inhaltsstoffe zusätzlich in deutsch aufgeführt werden (eine ausschließlich deutsche Deklaration ist nicht zulässig)

Allergene Bestandteile in Düften

  •  Es gibt eine Vielzahl von potenziell allergenen Riechstoffen, die sowohl in Parfümölen als auch in ätherischen Ölen vorkommen können. Zur Sicherheit der Verbraucher müssen diese laut Kosmetikverordnung ab einer bestimmten Einsatzmenge auf dem Etikett der Seife deklariert werden. Diese Inhaltsstoffe stehen entweder in Klammern hinter der Duftbezeichnung oder am Ende der Zutatenauflistung.

CI-Nummern

  •  müssen auf dem Etikett angegeben werden, wenn der Seife Pigmente zugesetzt werden. Jedes zugelassene Pigment hat einen eigenen Colour Index ( CI und eine darauffolgende Zahl) und ist darüber eindeutig identifizierbar.

Mindesthaltbarkeitsdatum

  • Die Kosmetikverordnung verlangt von gewerblichen Seifensiedern zwingend die Angabe eines Mindesthaltbarkeitsdatums - meistens sind Naturseifen aber deutlich darüber hinaus verwendbar. Wenn die Seife keine Veränderungen im Duft (z.B. nach ranzigem Öl) oder in der Optik (deutliche Verfärbungen, die evt. auch matschig oder klebrig sein können) aufweist, kann sie auch weiterhin verwendet werden.

Europäische Kosmetikverordnung (KVO)

  •  Dieser Gesetzestext ist für gewerbliche Seifensieder und Kosmetikhersteller verpflichtend. Zusätzlich zu den oben schon angesprochenen Angaben schreibt die KVO u.a. auch vor, dass gewerbliche Seifensieder eine Sicherheitsbewertung (SIB) ihrer Produkte durch ein unabhängiges Labor  durchführen lassen müssen. Außerdem müssen ihre Produkte beim CPNP (Cosmetic Produkts Notification Portal) eingetragen werden. Die zuständigen Behörden der Städte oder Kreise überwachen bei ordnungsgemäß angemeldeten Betrieben regelmäßig die Einhaltung aller Vorschriften.

Beschreibungen der einzelnen Rohstoffe

findet ihr hier: